Deutsche Rechtschreibung (2)

Zitat:

"1 Geltungsbereich der neuen Rechtschreibregelung
Das folgende amtliche Regelwerk, mit einem Regelteil und einem Wörterverzeichnis,
regelt die Rechtschreibung innerhalb derjenigen Institutionen
(Schule, Verwaltung), für die der Staat Regelungskompetenz
hinsichtlich der Rechtschreibung hat. Darüber hinaus hat es zur Sicherung
einer einheitlichen Rechtschreibung Vorbildcharakter für alle, die
sich an einer allgemein gültigen Rechtschreibung orientieren möchten
(das heißt Firmen, speziell Druckereien, Verlage, Redaktionen – aber
auch Privatpersonen)."
Quelle: www.rechtschreibrat.com (Rechtschreibregelung - Vorwort §1)

Zwischenruf:
'Vorbild' hatte in meiner Jugend einen eher schlechten Beigeschmack. Wobei 'möchten' einen guten hatte. 'Möchten' impliziert 'freiwillig', nicht 'müssen'.

Philosophischer Einwurf:
Nachdem es im deutschen Sprachraum viele Dialekte und (deutsche) Sprachen gibt, warum sollte es nicht auch verschiedene Rechtschreibweisen geben? Beamtendeutsch ist so eine Sprache. Diese verstehen die meisten trotz Rechtschreibung nicht.

Aus §1 ergibt sich, dass es außer für bestimmte Personen und Fälle keine verbindliche deutsche Rechtschreibung gibt. Für alle nicht oben erwähnten ist die Rechtschreibung fakultativ. Also auch für mich. Diese 'künstlerische Freiheit' beansprche ich.

Wie man sehen kann, habe ich einen Rechtschreibfehler gemacht. Diese Art ist nicht gemeint. Ich korrigiere also meinen Fehler und schreibe 'beanspruche'. Ich glaube, jeder versteht was ich meine. Ein sich konsequent (immer gleich) bleibendes Hinwegsetzen über Regeln, sollte der Leser tolerieren. Vielleicht hat sich der Schreiber bei der jeweiligen Schreibweise sogar Gedanken gemacht und ist zu diesem Schluss gekommen. Wenn jemand Schluß schreibt, ist er nicht doof, eher alt. Wenn er jedoch im selben Text das nächste mal Schluss schreibt, ist er doof. Dann ist das ein Rechtschreibfehler.

Dieses Ignorieren/Darüber-Hinwegsetzen finde ich besonders bei diversen Groß-/Klein-, sowie Getrennt-/Zusammenschreibungen unproblematisch. Wer Texte auf so etwas liest, ist entwerder Korrektor oder sollte sich freuen, dass der Verfasser extra an ihn/sie/es gedacht hat. So ist diesen Leuten auch Genüge getan. Für diese Leute spielt der Inhalt eine untergeordnete Rolle. Genießen Sie Texte lieber. Wobei sich fehlerfreie angenehmer lesen.

Ich bin für Fehlerhinweise dankbar, von mir auch Diskussionen, warum, wieso; aber in verträglichem Rahmen. Auf Sinn-Fehler-Diskussionen stehe ich.

Sprache lebt. Es lebe die Sprache.
Übrigens, wenn ich  Bücher in US-English lese, zweifle auch ich oft, für was ich die englische Sprache und die Regeln gelernt habe. Dort tendiert die Grammatik zu einem Niveau, dass ich im Deutschen nicht erleben möchte. (Diverse Ursachen sind mir bekannt.)

WK