Ich bin Verfechter meiner eigenen Rechtschreibung (Orthografie) und Zeichensetzung (Interpunktion).

Sie resultiert aus meinen Erfahrungen. Ich habe bis jetzt vier Versionen von Hauptvorschriften erlebt (die meiner Großeltern, meine, die neue und die reformierte neue Rechtschreibung). Wahrscheinlich werde ich noch eine erleben.
Auch wenn ich mit der obig ersten Version nur lesend zu tun hatte, die zweite wurde uns in der Schule als verbindlich und unumstößlich eingetrichtert. Unumstößlich hatte damals den Sinn von 'nicht veränderbar'.
Ich bin dann zu alt geworden, um dies erleben zu dürfen. Es kam die Reform.
Bei der dachte ich, dort seinen Leute am Werk gewesen, die das Rad mitsamt dem Baumaterial neu erfinden wollten. Gott sei's getrommelt und gepfiffen, es wurde zurückgerudert und ein Mischmasch aus alt und neu erlaubt.
Die Welt und die Sprache dreht sich. Die Änderungszyklen werden immer kürzer. Ich stelle mich schon mal auf die nächste Reform ein und schreibe bereits nach deren Regeln. Falls die Regeln dann anders lauten sollten, übernehme ich keine Verantwortung dafür.
(Fehler können trotzdem passieren. Leser sei wachsam!)
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Immer wieder erreichen mich Korrekturvorschläge zur Interpunktion (hier: wörtliche Gedanken).
Wörtliche Gedanken werden laut Regel kursiv gedruckt oder in doppelte oder einfache Anführungszeichen gesetzt.
Um eine Verwechslung zwischen gesprochenem und gedachtem Text auszuschließen und das Verwenden von 'sagte' und 'dachte' in allen Arten und Synonymen zu vermeiden, bleiben in der Regel die einfachen und als eleganteste Lösung der Kursiv-Druck.
Beides stört (mich) jedoch in den meisten Fällen. Besonders wenn ein Gedanke in eine Beschreibung eingeflochten wird. Der Lesefluss wird unterbrochen.
Wenn bei jedem "Zwischen-"Gedanken ein neuer Absatz begonnen wird, wird der Text genauso zerrissen, weil der Einwurf als solches wirkt, aber gar nicht soll.
Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, wörtliche Gedanken vom restlichen Text meist nicht abzuheben.
Der Leser ist intelligent genug, Gedanken als Gedanken zu erkennen. Zudem ist bei meinen Texten oft beabsichtigt, dass der Leser mit dem Erzähler und der Handlung verschmilzt. Oft ist auch gar nicht wichtig, wer etwas denkt. Der Gedanke muss im Leser sein, ohne dass er sich fragt, wessen Gedanke es war (inklusive seines eigenen).

Dass es Leser/-in/innen/und für die, die sich weder maskulin oder feminin bezeichnen wollen, es/esse (Oder wie auch immer) heißen muss/soll, ist hier nachgereicht.

WK

 Teil 2

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